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Zuhause ausziehen oder pendeln?

Zuhause ausziehen oder pendeln?

Wenn man sich mit dem Thema Studium beschäftigt, dann taucht über kurz oder lang auch die Frage auf „Wo soll ich studieren?“. Lieber so nah am Heimatort wie möglich studieren, zuhause wohnen und zur Uni pendeln? Oder ausziehen, einmal quer durch die Republik in eine ganz neue Stadt, mit der ersten eigenen Wohnung?

Bei manchen Studiengängen stellt sich die Frage natürlich nicht, weil man sie nur an einem bestimmten Ort studieren kann, oder nur an einem bestimmten Ort eine Zulassung erhält. Aber für die meisten Studenten ist es wohl so, dass sie verschiedene Optionen haben. Sehen wir uns die einzelnen Möglichkeiten also einmal an.

Zuhause wohnen, wenn die Uni direkt in der Stadt ist

Von allen Lösungen natürlich die bequemste. Man kann weiterhin im Hotel Mama wohnen, muss keine Miete zahlen, sich eher weniger um kochen, waschen und putzen kümmern. Wenn man dann auch noch einen kurzen Weg zur Uni hat, ist die Sache eigentlich perfekt. Eigentlich.

Denn leider gibt es in diesem Fall auch einige Nachteile. Zum einen sollte man ab einem gewissen Punkt im Leben einfach selbst auf eigenen Füßen stehen. Wenn man mit über 20 mal ein Mädel oder einen Jungen auf einer Uniparty kennengelernt und mit nachhause genommen hat, dann kann es am nächsten Morgen schon mal peinlich werden wenn die Eltern schon am Frühstückstisch sitzen. In solchen Momenten lernt man dann doch die Möglichkeiten einer eigenen Wohnung schätzen.

Ein weiterer Punkt warum manche nicht von zuhause ausziehen möchten, ist der Wunsch den Freundeskreis aus der Schule zu erhalten. Wenn alle weiterhin in der gleichen Stadt wohnen, kann man sich ja weiterhin sehen, zusammen weggehen etc. Leider ist das meistens eine trügerische Hoffnung.

Machen wir uns nichts vor, mit dem Ende der Schulzeit und dem Eintritt in Beruf oder Studium kommen große Veränderungen auf den bisherigen Freundeskreis zu. Natürlich meint jeder mit Anfang 18/19, dass die Freundschaften für immer halten werden, aber Tatsache ist: das tun sie meist nicht. Klar, am Anfang hat man es auf diese Weise meist leichter. Man bleibt in seinem gewohnten Umfeld, kann sich weiterhin mit seinen Freunden treffen. Aber irgendwann entwickeln sich die Freundeskreise dann einfach auseinander. Schlicht und ergreifend, weil sich die Lebensrealitäten nun immer mehr unterscheiden. Der eine Freund fängt nach dem Abi eine Ausbildung an, kann deshalb vielleicht nicht mehr unter der Woche bis um 3 oder 4 Uhr nachts feiern. Dafür hat er auf einmal Geld zur Verfügung und kann sich Dinge leisten, die früher außer Reichweite waren. Andere Freunde studieren vielleicht, vielleicht sogar an derselben Uni, aber oft dann doch in einem anderen Studiengang. So lernt jeder neue Freunde kennen und ganz schleichend werden die Treffen mit den alten Freunden weniger. Wenn man sich trifft versteht man sich meist noch gut, aber irgendwie spürt man, dass man sich immer mehr auseinanderentwickelt.

Und wenn es ganz blöd läuft, dann macht man den Fehler sich anfangs an der Uni zu sehr auf seinen alten Freundeskreis zu verlassen. „Wozu soll ich neue Leute kennenlernen, ich hab doch genug Freunde!“. Aber wenn sich der alte Freundeskreis dann irgendwann auflöst, steht man da, ohne Leute an der Uni zu kennen. Und im 4. oder 5. Semester ist es dann doch etwas schwerer Anschluss zu finden, weil dann alle längst ihre Grüppchen und Cliquen haben.

Zuhause wohnen und zur Uni pendeln

Bei dieser Möglichkeit sollte man vor allem den Zeitaufwand bedenken, den das Pendeln in Anspruch nimmt. Anfangs mag es einem nicht so viel ausmachen, wenn man morgens eine Stunde hin und abends eine zurückfahren muss. Aber im Laufe der Zeit merkt man dann meistens immer mehr, wie viel Zeit einem auf diese Weise verloren geht. Man muss morgens früh raus, ist noch nicht so gut erholt. Abends kommt man spät heim, sodass man keine wirkliche Lust auf andere Aktivitäten hat.

Pendelt man mit Zug oder Bus hat man auf der einen Seite zwar die Möglichkeit die Zeit zum lernen zu nutzen, ist andererseits aber auch an Fahrpläne gebunden, was oft dazu führt, dass sich der Zeitaufwand fürs Pendeln nochmals erhöht. Hat man dagegen die Möglichkeit ein eigenes Auto zu nutzen, muss man bedenken, dass dadurch einerseits Kosten entstehen (Versicherung, Sprit, Reparaturen) und dass man andererseits auch immer einen Parkplatz braucht. Da Parkplätze an Unis aber meistens knapp sind, muss man hier entweder früh da sein, oder weit entfernt parken.

Dazu kommt noch, dass man bei dieser Option so ziemlich zwischen allen Stühlen sitzt. An der Uni lernt man nicht so gut Leute kennen, weil man meistens am Wochenende in der alten Heimat ist. Und zu den Freunden in der Heimat nimmt der Kontakt immer mehr und mehr ab, weil man durch den Zeitaufwand fürs pendeln unter der Woche kaum noch Zeit hat.

Ausziehen in die eigene Wohnung

Dieser Schritt fällt vermutlich am schwersten. Zum einen natürlich, weil man sich auf einmal um alles selbst kümmern muss. Einkaufen, kochen, putzen und noch mehr Dinge, die bisher selbstverständlich waren. Zum anderen ist eine eigene Wohnung natürlich auch immer mit einem gewissen finanziellen Aufwand verbunden. Gerade in beliebten Städten wie München oder Hamburg kommt hier schnell einiges zusammen. Bzw. wird es mancherorts schon schwer überhaupt noch eine passende Studentenbude zu finden.

Auf der anderen Seite bietet einem diese Option natürlich auch die meisten Freiheiten. Man kann sich jeden Tag kochen was man möchte (in der Prüfungsphase dann auch gerne mal 3 Wochen hintereinander Pizza), kann sein Zimmer nach seinem Gusto einrichten und niemanden stört es, wenn man mal die erste Vorlesung ausfallen lässt und erst um 2 Uhr Nachmittags aufsteht. Genauso kann man ohne Bedenken einen One Night Stand mit nach Hause nehmen. Vorausgesetzt man hat einigermaßen aufgeräumt, zumindest das Bett sollte man halt finden.

Fazit

Ich persönlich bin zum studieren in meine erste eigene Wohnung gezogen und bereue diesen Schritt bis heute definitiv nicht. Falls es finanziell machbar sein sollte kann ich nur jedem dazu raten. Man wird einfach selbstständiger, hat neue Freiheiten und, so blöd es klingt, lernt was fürs Leben.

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