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Ersti Rallye – Was ist das eigentlich?

Ersti Rallye

Was ist eigentlich eine Ersti Rallye?

Am ersten Tag oder in der ersten Woche werden typischerweise auch einige Rallyes veranstaltet. Aber was genau muss man sich darunter eigentlich vorstellen? Normalerweise stellt man sich unter einer Rallye ja eher geländegängige Autos vor, die irgendwo durch den Wald heizen. Damit haben die Rallyes an der Uni allerdings nicht viel zu tun. Grundsätzlich kann man zwei Arten von Rallyes unterscheiden: Uni Rallyes und Bar Rallyes.

Uni Rallye: Freunde finden

Uni Rallyes finden oft am ersten Tag statt. Man wird dabei in Kleingruppen eingeteilt und lernt verschiedene Institutionen auf dem Campus kennen, die im weiteren Verlauf des Studiums noch eine Rolle spielen werden. Aus diesem Grund empfiehlt sich der Besuch der Rallye dringend. Aber es geht nicht nur darum sich das Studium zu erleichtern, sondern auch ums neue Leute kennen lernen.

An meinem ersten Tag kannte ich niemand. Ich war für das Studium in eine völlig neue Stadt gezogen, erst am Abend vorher angekommen und hatte bisher noch mit keinem anderen Menschen geredet. Da ich eher schüchtern bin, habe ich mir zu diesem Zeitpunkt natürlich schon ein wenig Sorgen gemacht wie das Ablaufen soll mit dem Anschluss finden. Ganz allein zu sein ist ja schließlich auch nicht schön.

Aber dann ging die Uni Rallye los. Wir hatten im Vorfeld der offiziellen Begrüßung Taschen erhalten, die mit ein paar kleinen Geschenken (Kugelschreiber, Block, Gutscheine etc.) gefüllt waren. Außerdem waren diese Taschen mit einem Aufkleber versehen. Ziel war es nun zuerst eine Gruppe zu finden, die die gleiche Aufkleberkombination aus Farbe und Buchstabe hatte wie man selbst. Bei mehreren Hundert Studenten entstand dabei schon ein ziemliches Durcheinander.

Aber schließlich konnte ich ein Mädel finden, dessen Aufkleber genau gleich aussah wie meiner. Zusammen zogen wir also los und haben die verschiedenen Stationen der Rallye abgeklappert. Am Ende des Tages wurden Nummern getauscht und anschließend verbrachten wir eigentlich das gesamte Studium zusammen (auch wenn sich im Verlauf des Studiums noch ein paar weitere Menschen zu unserer Gruppe hinzu gesellten). Sogar heute (mehrere Jahre nach dem Ende des Studiums!) haben wir noch Kontakt und treffen uns hin und wieder, obwohl wir mittlerweile in unterschiedlichen Städten wohnen.

Uni Rallye: Alles wichtige kennen lernen

Schon allein deshalb hat sich die Uni Rallye also auf jeden Fall gelohnt. Aber natürlich habe ich auch ein paar Dinge gelernt, die im Verlauf des Studiums noch wichtig wurden. An der Station der Mensa haben wir beispielsweise unsere Mensakarte bekommen und erfahren wie wir diese mit Geld aufladen können. In der Bib gab es Informationen wie der Ausleihprozess abläuft und was man bezahlen muss, wenn man ein Buch zu spät abgibt. Bei der Fachschaft gab es neben einigen Info Broschüren kleine Schnapsfläschchen und Kondome zum Mitnehmen.

Dadurch dass es so viele Gruppen gab, hat sich der Andrang dann auch einigermaßen gut verteilt. Man konnte schließlich an jeder beliebigen Station anfangen und Stationen, an denen viel los war auch erst einmal überspringen um dann später zurückzukommen.

Wie so vieles an der Uni ist die Uni Rallye natürlich nur ein Angebot. Man kann es annehmen, muss es aber nicht. Genau so gut kann man sich an seinem ersten Tag auch mit einem Bier in der Hand irgendwo auf den Campus setzen und dem munteren Treiben um einen herum zusehen. Oder man geht nach der offiziellen Begrüßung wieder nach Hause und nimmt sich den Rest des Tages frei. Theoretisch alles kein Problem, es kontrolliert niemand ob man an der Rallye teilnimmt und auch nicht ob man brav alle Stationen abarbeitet.

Praktisch gesehen kann ich aber nur jedem empfehlen teilzunehmen. Zum einen, weil es eine super Gelegenheit ist um neue Leute kennen zu lernen, zum anderen, weil man in relativ kurzer Zeit alle Institutionen an der Uni kennen lernt, die für das Studium noch wichtig werden.

Bar Rallye: Die Kneipen kennen lernen

Im Prinzip unterscheiden sich Bar Rallyes nicht allzu sehr von Uni Rallyes. Statt durch die Institutionen auf dem Campus tingelt man eben durch die Bars der Stadt. Auch hier wieder in kleineren Gruppen, geleitet typischerweise von einem älteren Studenten (oft jemand von der Fachschaft).

Längere Aufenthalte in den Bars gibt es eher nicht, es geht eher um ein kurzes kennen lernen, eine Kleinigkeit trinken und dann geht es auch schon wieder weiter. Je nach Kneipendichte in der jeweiligen Stadt kann eine solche Veranstaltung schon ziemlich auf die Leber gehen. Allerdings steht es natürlich jedem frei die Rallye schon zu einem früheren Zeitpunkt zu beenden. Vor allem in größeren Städten ist es meist sowieso ein Ding der Unmöglichkeit alle Kneipen auf dem Laufzettel abzuarbeiten.

Wem sich bei der Vorstellung größere Mengen Alkohol zu trinken nun alle Haare sträuben, dem sei gesagt, dass man eine Bar Rallye durchaus auch ohne Alkohol hinter sich bringen kann. Mitzumachen ist aber auch dann sinnvoll, einerseits um neue Leute kennen zu lernen, andererseits schadet es ja nie einen Einblick in das Nachtleben der eigenen Unistadt zu gewinnen, selbst dann, wenn man selbst überhaupt kein Partytyp ist, ist das eine Erfahrung, die man durchaus mal machen kann.

Die Teilnahme an der Rallye ist in der Regel kostenlos, oft bekommt man sogar noch ein Bändchen, mit dem man in manchen Bars Vergünstigungen erhält. Für manche Rallyes ist eine Anmeldung (typischerweise bei der Fachschaft) erforderlich. In diesem Fall erhält man das Bändchen eben nur wenn man auch auf der Liste steht. Falls man die Anmeldung verpennt hat, kann man aber natürlich trotzdem teilnehmen, so genau kontrolliert das erstens keiner und zweitens hat die Fachschaft eh immer zu viele Bändchen und verteilt diese dann recht großzügig.

Tedenziell richten sich solche Bar Rallyes natürlich eher an Erstis. Praktisch ist es aber nicht möglich zu kontrollieren wer sich denn da nun der Gruppe anschließt. So kommt es also auch durchaus vor, dass auch ältere Studenten nochmals an den Bar Rallyes teilnehmen. Sei es aus nostalgischen Gründen oder auch um junge Studentinnen kennen zu lernen.

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