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Der Ersti Guide zu Studentenjobs

Studentenjobs der Guide für Erstis

Das Geld ist knapp, ein Studentenjob muss her. Aber wie findet man überhaupt einen? Welche Möglichkeiten gibt es? Hat man als Ersti überhaupt schon eine Chance? Und sollte man den Job später wechseln? Diese und weitere Fragen wollen wir in unserem Ersti Guide zu Studentenjobs beantworten.

Studentenjob im ersten Semester: funktioniert das?

Hier muss man zwei Aspekte unterscheiden: funktioniert es im ersten Semester einen Job zu finden und funktioniert es den Job mit dem Studium in Einklang zu bringen. Die erste Frage kann man eindeutig mit Ja beantworten. Gerade in Studentenstädten gibt es immer eine große Anzahl an offenen Jobs, üblicherweise im Gastrobereich, sodass man auch als Ersti keine Probleme hat zum Zug zu kommen. Anders sieht es bei der Vereinbarkeit mit dem Studium aus, hier kommt es sehr darauf an was man studiert.

In einigen Studiengängen hat man sehr viel Freizeit und kann problemlos nebenher einem Studentenjob nachgehen. In anderen Studiengängen ist man dagegen sehr viel häufiger an der Uni, muss auch am Wochenende an Versuchsprotokollen etc. arbeiten oder muss einfach direkt vom Tag 1 an anfangen zu lernen um die Stoffmenge bewältigen zu können. Ist das der Fall, sollte man sich vielleicht erstmal ein paar Wochen den Workload im Studium anschauen bevor man sich einen Nebenjob sucht, um sicherzugehen, dass man alles unter einen Hut bringen kann.

Falls man zwingend auf das Geld angewiesen ist, kann es sinnvoll sein direkt damit zu planen, dass das Studium ein oder zwei Semester länger dauern wird. Auf diese Weise erspart man sich das Durchfallen durch Fächer, für die man nicht mehr genug lernen konnte und den Stress mit Zweit- oder Drittversuchen.

Studentenjob ohne Erfahrung: hat man eine Chance?

Eine Bewerbung für Werkstudentenjobs macht in der Regel erst ab dem 3. Semester Sinn, damit man schon ein wenig Ahnung von seinem Fach hat. Andererseits: mehr als Absagen kann eine Firma nicht, von daher kann man durchaus auch im ersten Semester schon eine Bewerbung verschicken, das zeugt ja immerhin auch von einer gewissen Motivation.

Üblicherweise hat man im ersten oder zweiten Semester aber bessere Chancen, wenn man sich auf einen der klassischen Studentenjobs, beispielsweise in der Gastronomie bewirbt. In den Stellenanzeigen steht dort zwar auch oft, dass Gastro Erfahrung erwünscht oder zumindest ein Plus ist, aber oft bekommt man auch ohne diese Erfahrung eine Chance. Vielleicht nicht unbedingt direkt für den Job, den man eigentlich möchte, sondern für einen der etwas weniger Vorkenntnisse erfordert (statt Kellner eben erstmal Tischabräumer) aber in der Regel kann man dann nach ein paar Monaten auch aufsteigen.

Studentenjobs: wo findet man sie?

Die Möglichkeiten einen Studentenjob zu finden sind recht vielfältig. Größere Restaurants schreiben Jobs teilweise auf ihrer eigenen Webseite aus, auch auf Jobportalen findet man Studentenjobs. Die besten Chancen hat man aber meistens in Facebook Gruppen (einfach suchen „Studentenjobs [Stadt]), ansonsten kann man sich natürlich auch mal bei Bekannten umhören, die schon einen Job haben, oft erhält man so schon Informationen bevor ein Job offiziell ausgeschrieben wird.

Aber auch wer noch niemand kennt und auf Facebook nichts Passendes findet muss sich keine Sorgen machen: oftmals reicht es schon persönlich in Bars oder Cafés vorbeizugehen und zu fragen ob gerade jemand gesucht wird. Das kostet anfangs vielleicht ein wenig Überwindung, funktioniert aber meistens recht gut und vor allem in der Gastronomie sollte man ja sowieso einigermaßen gut mit Menschen umgehen können.

Wem es dennoch zu viel ist die Bars der Stadt abzuklappern, dem sei als letzte Möglichkeit noch das schwarze Brett der Uni empfohlen. Auch dort hängen viele Jobs aus. Neben den klassischen Studentenjobs als Bedienung oder Barmann/frau auch einmalige Möglichkeiten Geld zu verdienen (z.B. Inventurhelfer) oder Jobs, an die man im Vorfeld überhaupt nicht gedacht hätte (z.B. Assistent für Menschen mit körperlicher Behinderung). Bedenken muss man am schwarzen Brett allerdings, dass viele Anzeigen zwar auf-, aber nicht mehr abgehängt werden. Wenn sich also von Seiten der Uni niemand darum kümmert die Anzeigen regelmäßig abzuhängen, kann es durchaus passieren, dass man auf längst nicht mehr aktuelle Stellenangebote stößt.

Wie läuft das Bewerben ab?

Für Werkstudenten oder SHK Jobs kommt in der Regel ein klassisches Bewerbungsverfahren zum Einsatz: Anschreiben und Lebenslauf und wenn das passt ein Vorstellungsgespräch. Bei Studentenjobs in der Gastronomie läuft vieles aber auch informeller ab. Oftmals ist eine schriftliche Bewerbung gar nicht nötig. Wenn man persönlich vorbeikommt und einen guten Eindruck hinterlässt, wird man meist direkt zu einem Probearbeiten eingeladen.

Das kann ein einmaliger Termin sein, manchmal sind es aber auch gleich ein paar Tage. Achtung: auch eine Probearbeit sollte bezahlt sein! Wer dir weis machen will, dass du kostenlos arbeiten musst um dich für den Job zu empfehlen will dich über den Tisch ziehen, solche Angebote sollten also gemieden werden. Abgesehen davon dient eine Probearbeit einfach dazu, zu checken ob die grundsätzliche Chemie stimmt und ob du dich nicht total tollpatschig anstellst. In den meisten Fällen sollte, das also kein großes Hindernis darstellen.

Wie gut (oder schlecht) sind Studentenjobs bezahlt?

Diese Frage lässt sich eigentlich nicht wirklich beantworten, die mögliche Bandbreite ist hier einfach zu groß. Grundsätzlich kann man sagen, dass Jobs in der Gastronomie meist ein geringes Grundgehalt aufweisen (oft lediglich der Mindestlohn oder knapp darüber), wenn du allerdings in einem Bereich arbeitet, bei dem du Trinkgeld bekommst, kann das das Gehalt deutlich aufbessern. Allerdings sind die Trinkgeld Regelungen auch je nach Betrieb höchst unterschiedlich. Mal gehört alles dem der es bekommt, mal kommt alles in einen Topf und wird geteilt und teilweise muss auch alles an den Chef abgegeben werden. Zudem hängt das Trinkgeld natürlich auch von der Art des Etablissements ab, in einer Studentenkneipe wo das Bier 2,90 kostet werden die meisten eben nur 10 Cent Trinkgeld geben.

Ein weiterer Faktor der den Verdienst beeinflusst ist natürlich auch die Stadt und das jeweilige Preisniveau. In Großstädten wie München oder Hamburg kann man mit deutlich höheren Löhnen rechnen, hat allerdings auch die höheren Mietkosten zu tragen.

Darüber hinaus spielt natürlich auch die Erfahrung, die man mitbringt oder etwaige Zusatzqualifikationen eine Rolle. Wer etwa als Ersti Nachhilfe für Schüler gibt, der kann vermutlich mit einem Stundensatz von 10 bis 15 Euro rechnen. Ein promovierter Chemiker der Nachhilfe für Studenten höherer Semester erteilt, kann dagegen auch gut 30 Euro für 45 Minuten nehmen.

Typische Studentenjobs

Der typische Studentenjob ist wohl einer in der Gastro. Bedienung, Abräumer, Barmann/frau etc. und tatsächlich gibt es in Studentenstädten in diesem Bereich auch das größte Angebot an möglichen Jobs. Zudem lässt sich gerade die Arbeit in Bars meist recht gut mit dem Studium vereinen, da sie eher abends und am Wochenende stattfindet, sodass man Vor- und nachmittags problemlos in die Uni kann.

Allerdings gibt es natürlich auch noch eine Menge anderer möglicher Jobs. Ein weiterer Klassiker ist etwa Nachhilfe. Der Vorteil hieran ist, dass fast jeder in der Lage sein sollte in irgendetwas Nachhilfe zu geben. Als Erstsemester kann man etwa Schülern bei Abi oder Mittlerer Reife helfen, gegen Ende des Studiums kann man dann Nachhilfe für Studenten aus den unteren Semestern geben. Der große Vorteil daran ist, dass Termine individuell vereinbart werden können zudem schadet es sicher nicht wenn man sich nochmals mit dem Stoff beschäftigt, da viele Grundlagen auch später noch gebraucht werden.

Nachteilig am Nachhilfeunterricht ist eventuell eine saisonale Unausgeglichenheit in der Auslastung. Wenn es aufs Abitur oder die Prüfungsphase zugeht, steigt der Bedarf meist nochmals an, was nicht unbedingt optimal ist, da man ja auch selbst Prüfungen hat, für die man lernen sollte. Umgekehrt ist am Anfang des Semesters, wenn man Zeit hätte, oft nicht so viel los.

Neben den klassischen Studentenjobs gibt es natürlich auch noch andere, die teilweise seltener und ungewöhnlicher sind, oftmals aber durchaus auch Vorteile mit sich bringen. Ein solches Beispiel wäre etwa Housesitting, wo man von Hausbesitzern dafür bezahlt wird während deren Abwesenheit das Haus bewohnt aussehen zu lassen. Die Bezahlung ist meist nicht wirklich üppig, dafür hält sich aber auch der Aufwand in Grenzen und man hat für einen gewissen Zeitraum eine kostenlose Bleibe.

Einzelne Studentenjobs richten sich auch an bestimmte Studiengänge. So suchen etwa Krankenhäuser oder Psychiatrien gerne Medizinstudenten für die Nachtwache. Klingt unheimlich, heißt aber eigentlich nichts anderes, als dass man wach sein muss und falls irgendetwas passiert jemand rufen muss der sich damit auskennt. Ist dagegen alles ruhig, kann man diese Zeit natürlich auch hervorragend zum Lernen nutzen.

Level up: Werkstudent

Jobs in der Gastronomie können durchaus einige Vorteile haben, allerdings sind sie nicht relevant für das Studium selbst. Wer also, auch im Hinblick auf einen späteren Job, einen Studentenjob sucht, bei dem sich das im Studium gelernte anwenden lässt und man darüber hinaus auch noch wertvolle Praxiserfahrung sammelt, der sollte sich eher um eine Werkstudenten Stelle bemühen.

Typischerweise wird dafür ein wenig Erfahrung im jeweiligen Fach vorausgesetzt, sodass sich Bewerbungen meistens erst ab dem 3. Semester lohnen. Dann aber kann ein Werkstudenten Job eine sehr interessante Möglichkeit sein das oftmals eher theoretische Wissen aus der Uni auch in der Praxis anzuwenden.

Vorteile:

Bezahlung: die Bezahlung kann zwar je nach Stadt, Branche und Tätigkeit ziemlich unterschiedlich ausfallen, ist aber meistens deutlich höher als das Grundgehalt in der Gastronomie.

Praxisrelevanz: idealerweise sucht man sich eine Stelle, die zum eigenen Studium passt, sodass man seine Theoriekenntnisse auch gleich in der Praxis anwenden kann. Wer eher auf der Suche nach Ablenkung ist, findet aber auch Werkstudentenstellen mit typischen Hilfstätigkeiten wie im Büro die Ablage zu erledigen.

Übernahme: aus der Praxisrelevanz resultiert natürlich auch eine höhere Chance auf eine spätere Übernahme in eine Festanstellung. Wer schon gezeigt hat was er kann und darüber hinaus auch Kollegen und Abteilung schon kennt, wird natürlich gegenüber einem externen Bewerber bevorzugt.

Zeitliche Flexibilität: wer nicht gerade in der Produktion arbeitet, kann meistens mit ziemlicher Flexibilität rechnen, sodass sich Werkstudententätigkeiten gut an den Studentenplan anpassen lassen.

Nachteile:

Bürokratie: während es in der Gastronomie eher selten durchstrukturierte Prozesse gibt und einiges auch unter dem Tisch abläuft, gibt es, vor allem in großen Firmen, für jeden Fliegenschiss einen Ablaufplan. Vieles ist im Kern sogar durchaus gut gemeint oder auch schlicht nötig, kann aber auch nervig sein und führt dazu, dass man einen nicht unbeträchtlichen Teil der Arbeit nicht mit „wirklicher Arbeit“ sondern mit Bürokratie verbringt.

Lage: hier kommt es natürlich stark auf die Stadt an, aber generell sind besonders größere Firmen eher in Industriegebieten am Stadtrand zu finden. Schon allein dadurch muss man einen längeren Anfahrtsweg einkalkulieren, teilweise kommen dann auch noch nicht optimale Fahrpläne hinzu. Industriegebiete sind zwar meist gut mit öffentlichen Verkehrsmitteln zu erreichen, außerhalb der üblichen Arbeitszeiten kann es aber schon sein, dass man auch mal etwas länger auf einen Bus warten muss.

Praxisrelevanz: das Thema Praxisrelevanz kann bei Abschlussarbeiten auch ein zweischneidiges Schwert sein. In dem Sinne, dass Firmen eben hauptsächlich Arbeiten wollen, von denen sie auch profitieren. Das kann sich mit den Interessen des Werkstudents decken, es kann aber auch dazu führen, dass man am Ende ein Thema bearbeitet mit dem man selbst nicht zu 100% glücklich ist, während Kommilitonen an der Hochschule ihre Themen frei wählen können.

Level up: Studentische Hilfskraft (SHK)

Wer nicht für eine Firma arbeiten möchte, sondern lieber an der Uni bleiben will, für den sind Jobs als studentische Hilfskraft interessant. Dabei gibt es grundsätzlich zwei Möglichkeiten: als Tutor (Übungsleiter für Studenten unterer Semester) oder bei einem Prof/ in einem Labor an der Uni.

Vorteile:

Nähe zur Uni: logisch, wer direkt an der Uni arbeitet hat kurze Wege. So kann man auch mal nur für ein, zwei Stunden am Tag zum Arbeiten kommen, was bei Jobs die einen Anfahrtsweg von einer Stunde erfordern natürlich eher wenig Sinn macht.

Flexibilität: üblicherweise kann man sich seine Zeit recht frei einteilen. Bei einer Tätigkeit als Tutor werden auch die Übungen in der Regel so gelegt, dass sich diese mit dem eigenen Stundenplan vereinbaren lassen.

Kontakt zum Prof: wer direkt mit einem Prof zusammenarbeitet, hat natürlich die Möglichkeit hier schon Kontakte für die Zukunft zu knüpfen, sei es für eine mögliche Abschlussarbeit oder auch eine spätere Promotion.

Mehr Freiheiten bei der Abschlussarbeit: klar, auch hier sollte das Thema irgendwie zum Forschungsschwerpunkt des jeweiligen Professors passen. Allerdings sind diese oft recht vielfältig interessiert, bzw. es ergeben sich auch Schnittstellen zu anderen Themengebieten, sodass man doch einen deutlich größeren Entscheidungsspielraum gegenüber einer Abschlussarbeit in einem Unternehmen hat.

Nachteile:

Bezahlung: im Vergleich zur freien Wirtschaft ist die Bezahlung als studentische Hilfskraft meist klar unterdurchschnittlich. Zudem ist die Bezahlung auch meist Uniweit einheitlich geregelt, sodass es auch keine Gehaltserhöhungen für gute Leistungen gibt.

Praxisrelevanz: hier kommt es natürlich sehr darauf an was genau man macht. Wer während seines Studiums an topaktuellen Forschungsprojekten beteiligt ist, wird sicher keine Probleme haben die dort gemachten Erfahrungen auch in der Industrie zu verwerten. Wer dagegen hauptsächlich Schreibfehler auf Vorlesungsfolien korrigiert, nimmt dagegen eher weniger fürs Leben mit.

Jetzt bist du an der Reihe: poste doch bitte in den Kommentaren was für einen Studentenjob du hast und wie viel du dort verdienst, vielleicht bekommen wir eine kleine Gehaltsübersicht hin.

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